Peter - keine Vollmacht
Peter, 54 Jahre alt, Handwerksmeister. Fit, bodenständig, „ich bin doch nicht krank“ – Vorsorge war nie sein Thema. Das regelt man irgendwann.
An einem Dienstagmorgen kracht es auf der B14. Peters Transporter, ein LKW, schwarzer Asphalt. Er kommt mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus. Bewusstlos. Intensivstation.
Seine Frau Monika kommt 40 Minuten später. Sie zittert. Sie will wissen, was mit ihrem Mann passiert ist. Die Schwester am Empfang ist freundlich, aber klar:
„Tut mir leid. Wir dürfen Ihnen keine Auskunft geben.”
Monika versteht nicht. Sie ist seine Frau. 26 Jahre verheiratet.
„Das spielt keine Rolle. Ohne Schweigepflichtentbindung und Vollmacht können wir Ihnen nichts mitteilen.”
Monika steht im Flur. Alleine. Und weiß nicht, ob ihr Mann stirbt.
Zwei Tage später soll über einen Eingriff entschieden werden. Monika will zustimmen. Sie darf nicht. Das Gericht muss einen Betreuer einsetzen. Peter liegt auf dem OP-Tisch und wartet auf einen Richter.
Das Tragische:
Eine Vollmacht auf zwei Seiten Papier hätte das alles verhindert. Er hat es einfach nie geregelt.

